Praxissemester Studienprojekte

WS 16/17

Autorinnen: Heike Friedebold und Laura Düllmann

Betreuung: Gunnar Rettberg (Universität Bielefeld)

Auf Grundlage ethnografischer Daten beschäftigt sich diese Studie mit Kontroversität im Fach Sozialwissenschaften der Sekundarstufe II einer Schule. Kontroversität in der Schule hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen die Lehrkräfte und ihre Planung, ebenso die von ihnen eingesetzten Methoden und die daraus resultierende Raumgestaltung sowie das diesen Prozessen zugrundeliegende Material inklusive der Arbeitsaufträge. Die Unterrichtsstunden im Fach Sozialwissenschaften wirken in diesem Zusammenhang wie eine Inszenierung, vergleichbar mit einer Theateraufführung. Alle zuvor genannten Faktoren tragen zum Erfolg oder Misserfolg der Inszenierung bei. Ihr Beitrag zur Inszenierung von Kontroversität wird in dieser Studie in Beziehung zur fachdidaktischen Theorie analysiert und erklärt. Am Ende stellt sich Frage: Wie fallen die Rezensionen aus? Vorhang auf.

WS 16/17

Autoren: Katharina Stürmer und Daniel Keil

Betreuung: Karsten Riß (Universität Köln)

Vor dem Hintergrund der Pluralisierung der Lebensformen hat sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Familie verändert. Darauf basierend untersucht diese Studie mithilfe qualitativer Leitfadeninterviews SchülerInnen-Präkonzepte von Familie heute. In den SchülerInnenantworten lassen sich zwei Ebenen erkennen, entlang derer die Präkonzepte zu Familie kategorisiert werden. Während die biologische Konstellation die biologische Verwandtschaft der Familienmitglieder fokussiert, spiegelt die soziale Ebene abstraktere Konzepte wie emotionale Sicherheit, Fürsorge und soziale Gemeinschaft wieder. Die Mehrheit der befragten SchülerInnen lassen in ihren Antworten ein Verständnis eines weiter gefassten Familienbegriffs erkennen, der über die konventionelle Kernfamilie hinaus reicht. Obwohl die Vorstellungen der Rollenverteilung innerhalb der Familie die private und berufliche Arbeitsteilung der Elternteile erkennen lassen, beschränken sich die Vorstellungen des Lebens vor 100 Jahren vor allem auf die Aspekte des technologischen Fortschrittes sowie der Zunahme des materiellen Wohlstandes.

WS 16/17

Autorin: Hajer Dahech

Betreuung: Gunnar Rettberg (Universität Bielefeld)

Im durchgeführten Forschungsprojekt wurde der Frage „Trägt die Pro-Contra-Debatte als methodisch-didaktischer Zugang, also das bewusste Anlegen von Kontroversität, dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler sich besonders intensiv und fundiert mit einem Sachverhalt auseinandersetzen?“ nachgegangen. Dabei sollte das Prinzip der Kontroversität exemplarisch an einigen Schülertexten sowie Beobachtungen, die mittels der ethnografischen Arbeit erhoben wurden, aufgezeigt werden. Zur Beantwortung der eigentlichen Frage diente die didaktische Methode der Pro-Contra-Debatte als Indikator für „gelungene“ Kontroversität. Abschließend konnte die Frage, die zu Beginn der Arbeit aufgestellt wurde, anhand der dargestellten Ergebnisse positiv beantwortet werden. Die gewählte didaktische Methode der Pro-Contra-Debatte führte bei einem Großteil der Schülerinnen und Schüler zu einem beachtlichen Lernerfolg. Sie hatten sich intensiv im sachbezogenen Argumentieren geübt und alle Jugendlichen hatten dabei Fortschritte gemacht. Zusammenfassend hat die Pro-Contra-Methode aufgrund ihrer didaktischen Prinzipienvielfalt (Problemorientierung, Handlungsorientierung, Exemplarität, Schülerorientierung und Kontroversität) den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Zugänge zum Lerngegenstand eröffnet.

WS 16/17

Autor: Marius Schröter

Betreuung: Gunnar Rettberg (Universität Bielefeld)

Das Studienprojekt ist das Resultat eines schulhalbjährlichen Feldaufenthalts im schulischen Praxisfeld. Mithilfe ethnografischer Methoden wird der Frage nachgegangen, wie die Lehrenden unter Verwendung des fachdidaktischen Prinzips der Kontroversität Unterricht inszenieren und was als das „Kontroverse“ inszeniert wird. Das Kontroversitätsprinzip als Bestandteil des Beutelsbacher Konsens findet im Unterricht Anwendung und erfüllt somit dessen normativen Vorgaben. Die Lehrenden besitzen jedoch unterschiedliche Auffassungen – und Unterrichtspraktiken – darüber wie kontroverser Unterricht zu inszenieren ist. Eine hohe Verknüpfung mit anderen fachdidaktischen Prinzipien konnte erkannt werden (Problemorientierung, Aktualität). Der Kernlehrplan als thematisches und zeitliches Gerüst für den Unterricht wird teilweise als hinderlich festgestellt. Um dennoch Unterricht kontrovers gestalten zu können, werden aktuelle politische Themen integriert und die Rahmenvorgaben des Kernlehrplans ergänzt. Weitere Perspektiven und Positionen aus der „Wirklichkeit“ gelangen so in die Welt des Unterrichts. Auch didaktisch-methodisch wird lehrergesteuert kontroverser Unterricht inszeniert, beispielsweise durch externe Expertise oder tieferführende Analyse von Schulmaterialquellen.

WS 16/17