Weiler, Hagen: Substantielle (Hintergrund)-Fragen des Lehrers im politischen Unterricht - eine Entgegnung auf Bernd Janssen: Plädoyer für eine methodenorientierte Politikdidaktik (P-u 3/1987)

Vorbemerkung

Dem verantwortlichen Redakteur der "Informationen der Deutschen Vereinigung für politische Bildung e.V., Landesgruppe Niedersachsen", Lothar Lühmann, kommt das Verdienst zu, wieder zu einer Belebung des wissenschaftlichen Streits um den politischen Unterricht beigetragen zu haben. In diesem Zusammenhang messe ich dem oben benannten Beitrag Janssens (in: Politik-unterrichten Nr. 2/87, S. 19-34) eine direkt und indirekt klärende Bedeutung bei. Janssens Aufsatz verdient aus meiner Sicht eine dreifache Beachtung:

  1. Er hilft, der allgemeinen Resignation fast aller Didaktiker des politischen Unterrichts argumentativ entgegenzuwirken.
  2. Er bemüht sich - nicht ohne Erfolg - um eine fruchtbare gedankliche Konzentration auf die pragmatisch-methodische Verbesserung der Praxis des politischen Unterrichts. [/S. 52:]
  3. Er begründet - entgegen Janssens ausdrücklicher Absicht - die Notwendigkeit, über das Verhältnis von Theorie und Praxis des politischen Unterrichts erneut zielbewußter und zusammenhängender nachzudenken.

Bevor ich zu dieser Kritik an Janssens Beitrag im Sinne meiner dritten These komme, möchte ich die thesenhaft vorausgeschickten zustimmenden Einschätzungen in den beiden nächsten Abschnitten kurz erklären. Dabei beziehe ich mich nicht nur auf den oben benannten Aufsatz Janssens, sondern auch auf seine zugrundeliegende, von ihm selbst (S. 34, Anm. 20) angeführte Schrift: Wege politischen Lernens, Methodenorientierte Politikdidaktik als Alternative zur Pädagogik der guten Absichten (Frankfurt 1986).